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Pechsträhne für Michael Schumacher

By Emeli Dean

Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher scheint momentan vom Pech verfolgt. Nach seiner erfolgreichen Karriere in der Formel-1 blieb der 40-Jährige dem Ferrari Team nur noch als Berater erhalten, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Als Hobby hat er sich für die etwas gefährlichere Sportart IDM (Internationale Deutsche Motorrad-Straßenmeisterschaft) entschieden.

In beiden Angelegenheiten sieht es im Moment nicht sehr rosig für den zweifachen Vater aus. In der Formel 1 erntet er momentan starke Kritik. Der Anlass dafür ist die Anhäufung von Fehlentscheidungen beim Ferrari Team. Zwar sind erst vier Rennen der gesamten Saison gefahren, doch bislang hat es noch keiner der beiden Ferrarifahrer auf das Siegertreppchen geschafft. Mit dem Brasilianer Felipe Massa und dem Finnen Kimi Räikkönen hat das Team zwei Spitzenfahrer im Cockpit sitzen. Seit Vertragsabschluss bei Ferrari im Jahr 2006 lag Felipe Massa immer unter den ersten vier in der WM-Tabelle, in der letzten Saison wurde er sogar Vizeweltmeister. Räikkönen wurde 2007 unter vertrag genommen und konnte überraschenderweise sogleich den Weltmeistertitel ergattern, ein Jahr später nahm er den dritten Platz hinter Teamkollege Massa ein.

In diesem Jahr hat es bislang jedoch noch nicht für einen der ersten Plätze gereicht. Nach vier Rennen stehen die beiden Fahrer momentan auf Platz 12 und 15. Die beste Position konnte Kimi Räikkönen beim Großen Preis von Bahrain mit dem sechsten Platz erzielen. Momentaner Tabellenführer ist der Brite Jenson Button, der für den neuen Formel‑1‑Rennstall Brawn GP fährt.

Beim zweiten Grand Prix Rennen der Saison in Malaysia fuhr Kimi Räikkönen auf trockener Strecke mit Regenreifen. Experten zu Folge hat ihm dies letztendlich jede Chance im Rennen kostete. Schumacher streitet eine Fehlentscheidung nicht ab, in einem Interview mit der deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte er: „Wir haben Entscheidungen getroffen, die falsch waren. Das war auch von mir eine Fehleinschätzung, das ist gar keine Frage.“ Er erklärte weiter, dass es ein großer Unterschied ist, im Rennwagen zu sitzen oder in der Boxengasse zu stehen. Die Beobachtungen sind jeweils sehr unterschiedlich.

Nach nur vier Rennen ist Schumacher bereits der Meinung, dass Ferrari in dieser Saison keine Chance mehr auf den Titel in der Fahrer- und der Konstrukteurswertung hat und rät dem Rennstall sich frühzeitig auf die nächste Saison vorzubereiten. Diese Ansicht teilt jedoch nicht jeder mit ihm. Neuer Teamchef Stefano Domenicali will diese Entscheidung vorerst nicht treffen, sondern mindestens bis nach dem nächsten Rennen abwarten. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Marc Surer aus der Schweiz ist jetzt als Formel-1-Kommentator, sowie als Moderator eines Automagazins tätig. Seiner Meinung nach ist es noch viel zu früh, die Saison abzuschreiben, Ferrari sollte nicht schon jetzt aufgeben, sonder sich als Top-Team beweisen.

Ob er auch nach der Saison 2009 Ferrari-Berater bleiben wird, steht weiterhin in den Sternen.

Bei seinem Hobbysport flog der siebenfache Formel-1-Weltmeister bereits zum fünften Mal unfreiwillig vom Mottorad. Bei Testfahrten am 11. Februar auf der spanischen Rennstrecke Cartagena hatte er seinen bislang schlimmsten Sturz.

Bei Tempo 110 km/h fliegt Schumacher aus der Kurve und fliegt völlig ohne Kontrolle durch die Luft. Mit dem Kopf zuerst landet er im Kiesbett, rund 20 Meter von seinem Motorrad, welches nach dem Unfall völlig verschrottet ist. Danach ist Stille und Schumacher schien bewusstlos im Kiesbett zu liegen. Glücklicherweise war Hilfe schon unterwegs und nach einigen Minuten schien alles wieder in Ordnung und Schumi  wurde in einem nahegelegenen Krankenhaus ambulant behandelt.

Trotz der verstrichenen Zeit fühlt sich Schumacher noch nicht wieder ganz fit und musste deshalb den Start beim Auftaktrennen in der Lausitz absagen. In einem Interview sagte er: „Ich würde es körperlich schlichtweg nicht hinkriegen. Ich kann zurzeit gerade mal Rad fahren. In dem Moment, wo ich den Nacken schnell bewegen muss, bin ich dort eingeschränkt. Vielleicht liegt es am Alter, dass das jetzt langsamer heilt. Ich werde jetzt erstmal alles in Ruhe auskurieren lassen, bis ich wieder soweit bin.“

Ans Aufhören denkt der 40-Jährige jedoch noch lange nicht, auch wenn Fans und Experten dazu raten. der dreimalige DTM-Sieger Klaus Ludwig ist skeptisch: „Michael betreibt mit seinem Hobby ein Spiel mit dem Feuer. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.“ Und auch der viermalige Motorrad-Weltmeister Max Biaggi glaubt, Schumacher sollte sein Hobby nachlassen: „Wenn er Lust hat, sich mit 40 Jahren sein Genick zu brechen, dann soll er weitermachen.“

Schumacher selber sagt, dass er sich sehr wohl über die Risiken bewusst ist und dass die IDM auf einem Niveau ist, bei dem man nicht nur 'Just for fun' mitfahren kann, wenn ihm Rennstrecken nicht sicher genug scheint, dann würde er auch auf einen Start verzichten.

Sein Bruder Ralf, der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner und der ehemalige deutsche Motorradrennfahrer Ralf Waldmann sehen das Ganze nicht so dramatisch. Alle drei sind sich sicher, dass Michael genau weiß, was er tun kann und was nicht.

Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin für Sportartikel in der Formel 1. Finden Sie weitere Artikel der Verfasserin unter www.instantactionsports.com

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