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Sportnews

Die Formel 1 in der Krise

By Emeli Dean

Der internationale Dachverband des Automobils FIA hat nach einer außerordentlichen Sitzung am vergangenen Mittwoch für die kommende Saison im Jahr 2010 eine neue Regelung zur Einführung einer Budgetobergrenze verabschiedet. Die Regelung soll zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen und Vorteile für die Teams bringen, die sich dem Limit unterwerfen. So sollen sie mehr Freiheit bei der Entwicklung ihrer Technik erhalten, wie z.B. ihre Rennwagen mit einem Motor ohne Drehzahlbegrenzung auszustatten. Außerdem sollen sie den Vorteil erhalten, unbegrenzte Testfahrten außerhalb der Saison zu realisieren.

Damit will der Weltverband zum einen die allgemeinen Kosten senken und somit für mehr Gleichheit unter den einzelnen Teams sorgen. Zum anderen erhofft sich die FIA, dass sich neue Teams an der Königsklasse des Automobilsports interessieren.

Zunächst war die Rede von rund 33 Millionen Euro, doch die Obergrenze wurde letztendlich offiziell bei rund 44 Millionen Euro festgelegt. Ausgaben wie Gehälter und Kosten für sämtliche Öffentlichkeitsarbeiten sind in diesem Limit nicht enthalten. Eine weitere Regelung zur Kostensenkung gilt für das das Nachtanken während der Rennen, dies soll ab der kommenden Saison nicht mehr erlaubt sein, somit will die FIA für neue Motivation in der Formel-1-Welt sorgen, neue Motoren zu entwickeln, die benzinsparender sind. Dies tut nicht nur den Teams gut, sondern würde sich auch positiv auf die Umwelt auswirken. Das Ganze soll von einer ausgewählten Kommission streng überwacht werden.

Die Teams müssen sich bis spätestens dem 29. Mai entscheiden, ob sie unter den Verhältnissen der neuen Regelung fahren werden, oder ob sie ihr Budget weiterhin unbegrenzt benutzen wollen. FIA-Präsident Max Mosley sieht diese neue Regelung als ein Muss: „Wenn wir das nicht machen würden, dann würden wir viele Teams verlieren. Wir können nicht auf bessere Zeiten hoffen. Die Angelegenheit ist dringend und duldet keinen Aufschub“, so der 69‑jährige Brite.

Nachdem mit McLaren Mercedes bereits eines der erfolgreichsten Teams in der Formel‑1‑Geschichte wegen der „Lügen-Affäre“ unter scharfer Kritik steht und ihre Zukunft noch in den Sternen steht, sieht nun auch Ferrari die Formel 1 in Gefahr. Luca di Montezemolo, Präsident von Ferrari und der Teamvereinigung FOTA, glaubt, dass die Einführung einer Obergrenze für die Ausgaben die Formel 1 in zwei Lager spalten wird und sich somit negativ auf den Sport auswerten wird.

Vor allem ist Montezemolo verärgert über die Entwicklung und Entstehung der ganzen Angelegenheit. Er selber nahm an dieser außerordentlichen Sitzung gar nicht teil und meint, dass das Thema einer Budgetobergrenze gar nicht auf der Tagesordnung stand und erst kurzfristig eingespannt wurde. Damit will sich der Italiener nicht zufriedengeben und plant ein Treffen der FOTA, in der er versuchen will, die anderen Teams der Formel 1 von seiner Meinung zu überzeugen. Ferrari steht diesem Fall noch recht positiv gegenüber, da sie als einziges Formel-1-Team im Regelfindungsprozess ein Veto-Recht besitzen und somit noch eine Chance auf Aufhebung der neuen Regelung sehen.

Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt und hoffen, dass der Sport bald wieder im Vordergrund stehen wird, denn wir sind mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug einer Meinung, der in einem Interview sagte: „Wir mögen den Sport auf der Strecke viel, viel mehr als das Verhandeln neben dieser.“ Nach der „Lügen-Affäre“ und dessen Urteil, hofft das Team auf schnelle Erholung und will die ganze Angelegenheit so schnell wie möglich hinter sich lassen, um auf der Rennstrecke bald wieder im alten Licht zu glänzen.

Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin für Sportartikel in der Formel 1. Finden Sie weitere Artikel der Verfasserin unter www.instantactionsports.com

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