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Abschied in der Formel-1

By Emeli Dean

Nach fast 16 Jahren bei dem italienischen Formel‑1‑Rennstall Scuderia Ferrari verabschiedet sich der 63‑jährige Jean Todt nun endgültig die Formel-1.

Der ehemalige französische Rennfahrer, der als Beifahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft bei Peugeot fuhr, wurde 1990 Rennleiter für denselben und übernahm drei Jahre später den Posten als Teamchef bei Ferrari. Seitdem gewann Ferrari bereits acht Meisterschaftstitel in der Konstrukteurswertung und sechs Meisterschaftstitel in der Fahrerwertung. Heute gilt der Rennstall als das erfolgreichste Team in der Formel-1-Geschichte mit insgesamt 16 Meisterschaftstiteln in der Konstrukteurswertung und 15 Meisterschaftstiteln in der Fahrerwertung.

Zu Beginn der im Jahre 1950 gegründeten Formel-1-Weltmeisterschaft konnte sich der Rennstall mehrerer Erfolge sichern. Zunächst konnten sie in den 50er Jahren viermal den Fahrertitel gewinnen (52, 53, 56, 58). In den 60er Jahre erzielten die Italiener dann auch ihren ersten Sieg in der Konstrukteurswertung. Mit dem US-Amerikaner Phil Hill auf dem ersten und Deutschen Wolfgang von Trips auf dem zweiten Platz wurde Ferrari, mit zehn Punkten Vorsprung auf den britischen Rennstall Lotus-Climax, im Jahr 1961 erster.

In diesem Jahr, eigentlich ein Siegesjahr für Ferrari, musste der Rennstall jedoch einen Riesenverlust beklagen. Der Große Preis von Italien 1961  in Monza gilt als „schwarze Stunde der Formel-1“ in der Ferraris WM-Anwärter Wolfgang von Trips nach einer Kollision mit dem Schotten Jim Clark tödlich verunglückte und 15 Zuschauer mit sich in den Tod riss, nachdem sein Wagen gegen die Drahtabsperrung vor der Tribüne prallte und explodierte.

Drei Jahre später konnte sich Ferrari wieder den Gesamtsieg holen. Mit dem Briten John Surtees als Weltmeister und dem Italiener Lorenzo Bandini auf dem vierten Platz sammelte Ferrari insgesamt 45 Punkte. Wegen finanzieller Schwierigkeiten, die sich negativ auf die Weiterentwicklung der Fahrzeuge auswirkten, wurde es danach eine zeitlang ruhig um den Rennstall. In den Jahren 1975, 76, 77 und 79 schafften es die Italiener dann jedoch wieder zurück aufs Siegertreppchen. In den 80er Jahren blieben die Erfolge bis auf zwei Konstrukteurssiege (1982, 83) aus.

Mit der Verpflichtung von Jean Todt als neuen Teamchef im Jahr 1994 kamen wider bessere Zeiten für Ferrari. Als Freund und Manager stand er dem siebenfachen Weltmeister und damit erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten, Michael Schumacher, stets zur Seite. Jean Todt gilt als Vater des Ferrari-Erfolgs, doch ohne einander hätten es die beiden vielleicht nie so weit gebracht. Eine weitere Leidenschaft des Franzosen ist die Kunst, auch wenn er nicht aktiv dabei ist. Lange vor seiner Ferrari-Ära setzte er sich auch in der Formel-1 für die Kunst ein und so verhalf er einem Freund und Künstler zu einem Job in der Sportwelt. Im Jahre 1975 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans kam das erste „Art-Car“, welches vom amerikanischen Bildhauer Alexander Calder bemalt wurde, zum Einsatz. Seitdem gibt es 9 weitere „Art‑Cars“, die von anderen Künstlern verschönert wurden. Der Wagen steht heute übrigens im BMW‑Museum in München.

Vergangene Woche teilte Ferrari nun offiziell mit, dass Jean Todt sich Ende März aus der Formel-1 zurückziehen wird. Er hat nicht nur in seinem eigenen Team einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die gesamte Formel-1 hat den Franzosen ins Herz geschlossen. Zum Abschied dankt ihm Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo mit folgenden Worten: „Jean Todt war in den letzten 15 Jahren eine der Hauptfiguren der Ferrari-Geschichte."

Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin für Sportartikel in der Formel 1. Finden Sie weitere Artikel der Verfasserin unter www.instantactionsports.com

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