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Eigenes Trainingszentrum für die Fußball-Nationalelf?
By Emeli Dean
Die Franzosen haben eins, auch die Italiener haben bereits eins und die Deutschen wollen‘s auch, ein eigenes zentrales Trainingszentrum für den deutschen Fußball, wo sich die deutschen Teams unter anderem auf ihre Länderspiele vorbereiten können! Seit langem ist es geplant, doch nun scheint das Ziel näher gerückt zu sein, denn es besteht bereits eine konkrete Planung und Bundestrainer Joachim Löw setzt sich zusammen mit Manager Oliver Bierhoff für die neue Herausforderung mit ganzem Herzen ein.
Nachdem man einen Blick auf das System des Trainingszentrums der Franzosen geworfen hat, gibt es bereits wage Anhaltspunkte von eventuellen Vorzügen. "Sicher könnten wir die sportmedizinische Betreuung unserer Nationalmannschaften in einem DFB-Zentrum optimieren. Auch unsere Leistungsdiagnostik würde profitieren", so Bierhoff. Doch es gibt auch viele Fragen, die zu beantworten sind, immerhin gibt es noch nicht so viele Vorreiter, von denen man sich Rat holen kann. Was sind die Wünsche im sportlichen Bereich? Wie viele Plätze benötigt man, wie viele Tagungsräume? Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es? Ist die Sache wirklich sinnvoll?
DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht der Sache skeptisch entgegen und mahnt zur Vorsicht. Er sieht den ganzen Plan als wirtschaftlich nicht machbar und ist der Meinung, dass das ganze Konzept einfach nicht in die deutsche Struktur passt. Es möge vielleicht für die Franzosen von Vorteil sein, doch in Deutschland sieht er wenig Bedarf an solch einem Zentrum. Auch DFB-Generalsekretär Niersbach war am Anfang nicht wirklich von der Idee überzeugt, doch bei seinem Besuch im Nachbarland im "Nationalen Trainingszentrum Fernand-Sastre", welches im Jahre 1998 in der Nähe von Paris eröffnet wurde, hat er viele wertvolle Eindrücke sammeln können. Dennoch scheint das Vorhaben bisher eher ein Traum zu sein.
Vor allem das finanzielle macht dem DFB große Sorgen. Obwohl der größte Verein der Welt bei der WM und der EM ein dickes Plus gemacht hat scheint der DFB nicht allzu flüssig zu sein. Dies mag vielleicht immer noch die Folge von Zwanzigers Entscheidung zu sein, Ende 2007 ein lukratives Angebot von Nike abzulehnen. Die Offerte des Adidas-Konkurrenten lag mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro für acht Jahre (62,5 Millionen jährlich) deutlich über der von Adidas, der bis 2011 pro Jahr nur 20 Millionen Euro zahlen wird, doch Zwanziger zeigte seine Treue zum Sportartikel-Hersteller Adidas.
So wird die deutsche Nationalmannschaft erst einmal ohne zentrales Trainingslager in die erste Runde der WM Qualifikationen gehen müssen. Die insgesamt 53 Mannschaften, die an der europäischen WM-Qualifikation teilnehmen, wurden in neun Gruppen aufgeteilt. Deutschland spielt in der Gruppe 4 und wird jeweils zweimal (Hin und Rückspiel) gegen Lichtenstein, Finnland, Russland, Wales und Aserbaidschan antreten. Vier Spiele haben die Deutschen bereits überstanden, davon haben sie drei Spiele gewonnen und ein Unentschieden erzielt. Damit liegen sie momentan auf Platz eins ihrer Gruppe und liegen mit 10 Punkten 4 Punkte vor Russland und Wales.
Bislang liegt die deutsche Mannschaft also auch ohne Trainingslager gut im Spiel und wir hoffen, dass sie auch die restlichen sechs Spiele der WM-Qualifikation 2010 gut meistern werden. Die Spiele erstrecken sich über das ganze Jahr, das letzte Spiel der Gruppe 4 findet am 14.10. 2009 zwischen Deutschland und Finnland statt.
Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin für Sportartikel in der
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