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Drei tote Athleten bei Unruhen in Kenia

By Emeli Dean

Insgesamt drei prominente Leichtathleten musste Kenia in den letzten Wochen traurigerweise verabschieden. Zwei der Athleten fielen den bürgerkriegsähnlichen Unruhen zum Opfer, die seit den Präsidentschaftswahlen am 27. Dezember 2007 herrschen. Der ehemalige 400-m-Läufer Lucas Sang wurde am Neujahrstag auf dem Weg nach Hause erschlagen und verbrannt. Er wurde nur 45 Jahre alt. Im Jahre 1988 nahm der damals 27-Jährige an den Olympischen Sommerspielen in der Südkoreanischen Hauptstadt Seoul teil. Beim 400-m-Lauf schied er mit 45,72 Sekunden im Viertelfinale aus. Mit der kenianischen 4x400Meter-Staffel belegte er den achten Platz mit einer Gesamtzeit von 3:04,69 Minuten.

Nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn wurde Sang erfolgreicher Farmer in Eldoret, engagierte sich aber dennoch bis zu seinem frühen Tod für den Sport. Lucas Sang wurde 2000 zum Leichtathletik-Vorsitzenden des Distrikts Usian Gishu, welcher in der Provinz Rift Valley liegt. Aus dieser Provinz nahe der tansanischen Grenze stammen nahezu alle kenianischen Läufer. Später wurde er zusätzlich zum Kassenwart des Nationalen Vereins der kenianischen Olympiaden ernannt. Sein Staffelmitläufer Paul Ereng ist bestürzt: „Ich habe eine Sportkameraden verloren und Kenia hat einen großartigen Athleten, einen geschätzten Menschen und einen Patriot verloren.“

Am 21. Januar musste Kenia das zweite Opfer verzeichnen. Wesley Ngetich war ein Marathon-Ass und wollte bereits zwei Wochen zuvor zum Arizona-Marathon in die Vereinigten Staaten reisen, doch es war ihm unmöglich sicher auszufliegen. Der 34-jährige Kenianer kam bei Kämpfen nahe seines Heimatortes Trans Mara, ebenfalls in Rift Valley, zu Tode. Angaben zufolge wurde er von einem vergifteten Pfeil getroffen. Neben seiner sportlichen Karriere baute der dreifache Vater Korn und Bohnen an und hielt sich sieben Kühe. Seine größten Erfolge waren zwei Siege beim „Grandma’s Marathon“ 2005 und 2007.

Bislang letztes Todesopfer war der Mittelstreckenläufer Stephan Kipkorir, der bei den Olympischen Sommerspielen 1996 die Bronzemedaille über 1500 Metern (3:36,72) gewann. Der 27-Jährige starb jedoch, anders als die beiden ermordeten Sang und Ngetich, bei einem Autounfall im Rift Valley.

Neben den drei Leichtathleten starben schon mindestens tausend weitere Menschen und es gab zahlreiche Verletzte, wie der 34 jährige Marathon-Weltmeister Luke Kibet. Nachdem er Mitte Januar bei Eldoret gezielt einen Stein auf den Kopf geworfen bekam und seine Genesung drei Wochen andauerte, sollte er diese Woche abermals überfallen werde. Glücklicherweise handelte er blitzschnell und konnte dem schlimmsten entgehen.

Die 67-jährige Läuferlegende Kipchoge Keino, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte Vorsichtsmassnahmen veranlasst und den Sicherheitsdienstes um Schutz erbeten. Diese schlugen im Januar eine Jugendbande in die Flucht, als sie Keinos Haus überfallen wollten. Der kenianische Leichtathletik-Verband macht sich wegen der unaufhaltsamen Gewalttätigkeit deshalb Gedanken um seine Mannschaft für die Olympischen Spiele in Peking. "Wir ziehen unsere Läufer aus den Städten heraus", sagt Keino dazu. "Und dann schicken wir viele ins Ausland, wo sie sicher sind."

Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin in Sport für die
sportwetten Industrie. Finden Sie weitere Artikel der Verfasserin unter www.instantactionsports.com/deutsch/

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