Die olympische Flamme auf dem Weg
By Emeli Dean
Die olympische Fackel wurde am Montag, den 31. März, im der chinesischen Hauptstadt Peking entzündet. Die Flamme wurde zunächst eine Woche zuvor aus dem antiken Olympia in das Panathinaikon Stadion in Athen gebracht. Mit der Hoffnung, dass die Botschaft des Friedens durch die ganze Welt getragen werde, übergab der Präsident des griechischen Olympischen Komitees, Minos Kyriakou, die Flamme an den Chef des chinesischen Olympischen Komitees, Liu Qi. An der Feierlichkeit nahmen rund 10.000 Zuschauer teil. Von Athen wurde sie dann mit einer Sondermaschine der Fluglinie Air China eingeflogen. Das Flugzeug mit der Aufschrift „Reise der Harmonie“ und den chinesischen Landesfarben rot und gelb wurde vom staatlichen Fernsehen und hunderten Schulkindern, mit chinesischen und olympischen Fahnen in der Hand, willkommen geheißen.
Liu Qi trug die Olympische Flamme in einer kleinen Laterne von Bord und brachte sie auf den mit rotem Teppich ausgelegten Platz des Himmlischen Friedens. Dort entzündete der Staats- und Parteichef Hu Jintao die Fackel und überreichte sie an Chinas berühmtesten Sportler, den Hürdenläufer Liu Xiang.
Aus Sorge vor Protestaktionen, wie es sie schon bei der Entfachung des Olympischen Feuers in der antiken Stätte von Olympia in Griechenland gegeben hatte, wurde die einstündige Zeremonie von schweren Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Sämtliche Polizisten waren in der Umgebung anwesend, sogar auf den umliegenden Dächern. Der Autoverkehr wurde zeitweise lahmgelegt, einige U-Bahn-Stationen wurden abgeriegelt und auch Fußgänger und Fahrradfahrer wurden ferngehalten.
Bis Sonntag hatte es über die Einzelheiten der Zeremonie keine Informationen gegeben, um mögliche Protestanten fernzuhalten. Dies gelang den Organisatoren nur teilweise, einige Aktionen konnten nicht verhindert werden, waren aber nicht im Fernsehen zu sehen, da die „Live-Übertragung“ in Wirklichkeit mit einer Minute Verzögerung ausgestrahlt. Auf den Tian’anmen Platz wurden nur die rund 5000 eingeladenen Zuschauer gelassen, darunter 220 ausländische Journalisten. Einige der ursprünglich eingeladenen Journalisten wurden aus Sicherheitsgründen wieder ausgeladen.
Die meisten EU-Politiker hielten sich der Zeremonie fern. Der tschechische Außenminister Karl Schwarzenberg hatte gefordert, dass alle EU-Politiker die Eröffnungsfeier boykottieren sollten. Die Gründe für das Fernbleiben einiger Politiker, ob aus politischen oder persönlichen Motiven, sind jedoch nicht bekannt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte, dass ihr Fernbleiben nichts mit Boykott zu tun habe. Sie habe schon lange vor den Auseinandersetzungen mit Tibet entschieden, nicht nach Peking zu reisen.
Begleitet wurde die Zeremonie von einem außerordentlichen Programm, das z.B. Zirkusakrobatik und Folkloretänze beinhaltete, woran auch einige Tibeter in ihrer traditionellen Tracht teilnahmen. Chinas Vizepräsident Xi Jinping zeigt sich zufrieden: „Der jahrhundertealte Traum des chinesischen Volkes, die Olympischen Spiele auszurichten, ist Realität geworden.“
In den kommenden 130 Tagen wird die Fackel auf die Reise geschickt. Geplant ist ein Staffellauf durch insgesamt 20 Staaten und über 137.000 Kilometer auf fünf Kontinenten, damit wird er der wohl längste Fackellauf in der olympischen Geschichte sein. Highlight des diesjährigen Fackellaufes soll die Beförderung der Flamme auf den höchsten Berg der Welt sein, den Mount Everest. Dafür ist bereits ein Teil des Feuers abgezweigt worden, um es zum Basislager des für die Tibeter heiligen Berges zu transportieren. Noch ist jedoch unklar, ob dieser Plan vollzogen werden kann. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch verlangt zuvor: „Die Flamme sollte nicht durch Tibet getragen werden, bevor nicht die chinesische Regierung einer unabhängigen Untersuchung der Unruhen in Tibet zugestimmt hat.“
Am Mittwoch wurde das Feuer zunächst ins kasachische Almaty getragen und soll am 4. Mai 2008 wieder in China eintreffen und dann durch mehr als 100 chinesische Städte getragen werden. Zur gleichen Zeit soll eine zweite Flamme durch die Welt getragen werden, die „Flamme der Unabhängigkeit“. Diese soll in dem indischen Stadt Dharamsala, dem Exil des Dalai Lama, entzündet worden sein.
Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin in Sport für die
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