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Radsport in einer Krise
By Emeli Dean
Der Streit zwischen dem internationalen Radsport-Verband UCI (Union Cycliste Internationale) und dem Sportveranstalter ASO (Amaury Sport Organisation) spitzt sich immer mehr zu. Auslöser für die mittlerweile völlig verfahrene Situation war die Entscheidung der ASO, die Paris-Nizza-Tour vom 9. bis 16. März wegen mehreren Dopingfällen im Jahr 2007 ohne das kasachstanische Astana-Team zu veranstalten. Ende 2006 hatte die ASO gemeinsam mit den Veranstaltern RCS-Sports und Unipublic beschlossen nur noch Rennställe mit Einladung an ihren Rennen teilnehmen zu lassen und schlossen den schwedischen Unibet-Rennstall bereits im Vorjahr von der Tour aus. Der Weltverband UCI war mit dieser unsportlichen Entscheidung nicht einverstanden, da beide Teams eine ProTour-Lizenz der UCI haben.
Die UCI repräsentiert über 170 nationale und 5 kontinentale Verbände und vertritt außerdem rund 61.500 Radfahrer. Die UCI wurde mit dem Ziel gegründet, die Interessen des Radsportes zu vertreten und Weltmeisterschaften für verschiedene Disziplinen des Radsportes zu organisieren. So veranstaltet der Verband z.B. auch die seit 2005 existierende Pro-Tour, die den Rad-Weltcup ersetzt. Die Tour besteht aus verschiedenen Eintagesrennen und Etappenrennen, wozu auch das von der ASO veranstaltete Etappenrennen Paris-Nizza und bis letztes Jahr die Tour de France gehören.
Beide Rennen wurden bereits in diesem Jahr wegen Unstimmigkeiten mit dem Veranstalter aus dem Pro Tour Programm gestrichen. Bereits seit Beginn der Tour gab es Konflikte zwischen der UCI und der ASO, die die Autorität des Weltverbandes offenbar nicht respektieren. Der Rennveranstalter ASO lehnte gemeinsam mit den Veranstaltern RCS-Sports und Unipublic die Pro-Tour ab und sah sich nicht als Mitglieder dieser Tour an. Das zeremonielle Überreichen des weißen Trikots an den jeweiligen Gesamtführer wollten die Veranstalter ebenfalls nicht vollziehen. Die UCI ist eine Nichtregierungsorganisation, deren Tätigkeiten nicht auf den Gewinn gerichtet sind. Der UCI-Präsident McQuaid ist der Meinung, dass es der ASO jedoch alleinig darum ginge.
Leidtragende an diesem Streit sind die Radfahrer, die durch Sanktionen von beiden Seiten unter Druck gesetzt werden. Der deutsche Rennfahrer Linus Gerdemann hält es für unmöglich, dass die Fahrer bei dieser Auseinandersetzung in Mitleidenschaft gezogen werden und fürs Radfahren Strafen kassieren sollen. Sollten sich die Rennställe nicht für das Rennen Paris-Nizza melden, so würden sie von der Tour de France ausgeschlossen werden. Sollten sie jedoch bei dem Rennen antreten so droht eine Sanktion von der anderen Seite, da die UCI aussagt, dass die Tour die internationalen Regeln nicht befolgt. McQuaid erklärte: „Die ASO will eine eigene Liga. Falls die Teams folgen und starten, geben sie der ASO eine moralische Rechtfertigung, diesen Weg weiter zu verfolgen. Die UCI vertraut darauf, dass die Teams die Ernsthaftigkeit der Situation erkennen und auf einen Start verzichten, auch im Hinblick auf mögliche Sanktionen.“ So solle sich ein Start negativ auf die Chancen einer Olympia-Teilnahme auswirken.
In beiden Fällen riskieren die Fahrer ihre Zukunft und die Verwirklichung ihrer Träume. Die größten Radrennställe, die dem internationalen Teamverband AIGCP angehören, haben sich trotz der Warnung des Weltverbandes, entschieden, an der Paris-Nizza-Tour teilzunehmen. AIGCP-Präsident Boyer will sich Anfang kommender Woche mit McQuaid treffen, um über die weitere Zukunft zu verhandeln.
Einige Mannschaften haben nun den internationalen Sportsgerichtshofe um Hilfe gebeten, um den Streit zu schlichten. Allerdings hatten sowohl UCI wie auch ASO erklärt, der CAS sei hierfür nicht zuständig. Daher wird der Sportsgerichtshof keine Entscheidung über diesen Fall treffen. Droht dem Welt-Radsport nun die Spaltung?
Über den Autor:
Emeli Dean ist eine hochrangige Verfasserin für Sportartikel in der
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