Fußball-Europameisterschaft 2008
Geschichte
Vorläufer der heutigen Europa-Meisterschaft war zunächst der Europapokal der Fußball-Nationalmannschaften, der 1927 auf Betreiben des damaligen Verbandskapitäns der österreichischen Nationalmannschaft, Hugo Meisl, entstand. Auch der Franzose Henri Delaunay hatte die Idee einer Europameisterschaft 1927, die aber von der 1904 gegründeten FIFA abgelehnt wurde. Henri war damals Generalsekretär des französischen Fußballverbandes.
Die UEFA wurde Jahre später 1954 gegründet, wobei Henri vom Komitee zum Sekretär gewählt wurde. In den Jahren 1954 bis 1960 wurde das Turnier gemeinsam mit der UEFA ausgetragen und dann 1960 planmäßig von der heutigen Europa-Meisterschaft abgelöst. Henri Delaunay konnte diesen Augenblick, auf den er so lange gewartet hatte, leider nicht mehr miterleben, da er Ende 1955 starb. Seit der ersten Europa-Meisterschaft 1960 wird der „Henri-Delaunay-Pokal“ verliehen, der dem geistigen Vater der Fußball-Europa-Meisterschaft gewidmet ist.
Der Aufbau des Wettbewerbes war damals sehr unterschiedlich zu dem heutigen, da sich nur vier Nationen für das Finale qualifizieren konnten. Dieses Format wurde erst 1980 geändert als sich acht Mannschaften qualifizieren konnten.
Der Name “UEFA Europameisterschaft” wurde 1968 angenommen, im selben Jahr als die K.o.‑Runden gegen die modernen Qualifikationsrunden ausgetauscht wurden.
Rückblick
EURO 1960: Das erste Turnier, welches alleinig von der FIFA ausgetragen wurde, fand im Gründungsland der FIFA, in Frankreich statt. Insgesamt nahm eine kleine Anzahl von 17 Mannschaften statt. Der Gastgeber war im Gegensatz zu heute nicht automatisch für die Endrunde qualifiziert. Frankreich konnte sich aber im Viertelfinale mit einem erfolgreichen 9:4 gegen Österreich durchsetzen. Sieger des Turniers wurde die damalige Sowjetunion mit einem knappen 2:1Sieg gegen Jugoslawien in der Nachspielzeit.
EURO 1964: Das Turnier fand 1964 in Spanien statt, wobei der Gastgeber gegen den Titelverteidiger Sowjetunion mit 2:1 gewann. Diese Begegnung war die erste der beiden Mannschaften, nachdem Spanien sich bei der Euro 1960 weigerte gegen die Sowjetunion anzutreten. Insgesamt hatten sich 29 der damals 33 Mitgliedsverbände zur Teilnahme angemeldet. Zypern, Finnland, Griechenland und die Bundesrepublik Deutschland waren nicht dabei. Zypern verpasste leider die rechtzeitige Anmeldung, Finnland konnte aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen, Griechenland wollte nicht gegen das verfeindete Albanien spielen und die Bundesrepublik Deutschland hatte keinerlei sportliches Interesse zu jener Zeit.
EURO 1968: Austragungsort war der heutige WM-Titelverteidiger Italien. Zum ersten Mal fand das Turnier unter dem Namen “UEFA Europameisterschaft” statt, an dem alle großen europäischen Fußballnationen teilnahmen. Insgesamt hatten sich 31 Mannschaften für die Qualifikationsspielrunden angemeldet. Es war außerdem das erste Jahr, in dem die K.o.‑Runden gegen die modernen Qualifikationsrunden ausgetauscht wurden, wobei die Mannschaften in 8 Gruppen zu jeweils 4(3) Mannschaften eingeteilt wurden. Die Sieger aller Gruppen trafen sich dann im Viertelfinale, das als Hin- und Rückspielrunde ausgetragen wurde. In die Endrunde kamen Jugoslawien, England, Italien und die Sowjetunion, wobei Italien im heimischen Rom beim Wiederholungsspiel über Jugoslawien mit 2:0 siegte.
EURO 1972: Die vierte Fußball- Europameisterschaft fand in Belgien statt. Die Sowjetunion kam wieder einmal in die Endrunde. Gewinner war jedoch zum ersten Mal die Bundesrepublik Deutschland.
EURO 1976: Die Euro 1976 fand in Jugoslawien statt. Sieger war damals die Tschechoslowakei, die gegen den Titelverteidiger Deutschland gewann.
EURO 1980: Wieder einmal war Italien Austragungsort der EURO. Der Aufbau des Turniers wurde ab 1980 verändert. Erstmals konnten sich nun acht anstatt nur vier Mannschaften qualifizieren. Die Bundesrepublik Deutschland konnte sich im Finale gegen Belgien durchsetzen und gewann zum 2. Mal den Titel.
EURO 1984: Auch im Jahr 1984 gab es einige Veränderungen. Zum ersten Mal wird das Spiel um den dritten Platz nicht mehr ausgetragen, es gibt also keinen dritten und vierten Platz, sondern nur noch Halbfinalisten. Frankreich war Gastgeber dieser EURO und automatisch für die Endrunde qualifiziert. Im Finale gegen Spanien konnte Frankreich einen 2:0 Sieg erzielen.
EURO 1988: Austragungsort der EURO 1988 war die Bundesrepublik Deutschland, die sich dann im Halbfinale gegen den Europameister des Jahres Niederlande geschlagen geben mussten. Die Niederlande traf im Finale dann auf die Sowjetunion und siegte mit einem 2:0.
EURO 1992: Gastgeber war diesmal Schweden. Jugoslawien hatte sich erfolgreich für die Endrunde qualifiziert, wurde jedoch auf Grund des Balkankonfliktes vom Turnier ausgeschlossen. Dafür konnte die zweitplatzierte Mannschaft der Gruppe nachrücken. Dies war die dänische Mannschaft, die eigentlich als Außenseiter galt und sich dann überraschend den Titel holte. Im Endspiel traf Dänemark auf das nun vereinte Deutschland, das nicht ein Tor erzielen konnte.
EURO 1996: Das Fußball Mutterland England war erstmals Gastgeber des Turniers. Seit dieser Europameisterschaft nehmen 16 Mannschaften aufgeteilt in vier Gruppen an der Endrunde teil. 1968 wurde die Anzahl der Endrundenteilnehmer bereits von vier Mannschaften auf acht erhöht. Das seit 1989 vereinte Deutschland war Sieger des Turniers, nachdem sie in der Verlängerung das Golden Goal erzielten. Während bei den vorherigen Europameisterschaften jeweils 33 Mannschaften teilnahmen, gab es dieses Jahr einen gewaltigen Sprung auf 48 Mannschaften.
EURO 2000: Mit Belgien und den Niederlanden waren zum ersten Mal zwei Länder Gastgeber. Sieger des Millennium-Jahres 2000 war Frankreich, das ebenfalls durch das Golden Goal im Finale mit 2:1 gegen Italien gewann.
EURO 2004: Das Turnier wurde diesmal von Portugal ausgetragen. Portugal kam zwar bis ins Finale, musste sich aber dann überraschend gegen Griechenland mit 0:1 geschlagen geben.
EURO 2008: Die 13. Fußball-Europameisterschaft wird vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und in Österreich ausgetragen, wobei das Finale in Wien stattfindet. Die Zustimmung hatten beide Länder bereits Ende 2002 erhalten. Das Motto der Euro 2008 ist „Erlebe Emotion“. Erwartet werden mehr als eine Million Stadionbesucher und mehrere Millionen Fans auf den offiziellen Fanmeilen. Die Auslosung der EM-Endrunde fand am 2. Dezember dieses Jahres in der Schweiz in Luzern statt.
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